Die Fiktion der Existenz

Wir leben in dieser Welt, auf diesem Planeten vor uns hin. Nur wenige machen sich Gedanken über das Geschehen, die Entwicklungen, gesellschaftliche und politische Phänomene.

Wenn ich daran denke, wie wir unseren Alltag gestalten, ihn organisieren, welchen Beeinflussungen er unterliegt, was diese eventuell mit uns machen und wie wir uns abstrampeln, diese Bedingungen zu verändern; ich komme dabei nicht umhin, darüber nachzudenken, wie es überhaupt soweit gekommen ist. Wir haben Technologien jeder Art vorangetrieben, Techniken und Praktiken entwickelt, die uns ermöglichen, global zu agieren, ohne das Haus zu verlassen. Sie ermöglichen uns ebenso, uns über uns selbst, Kultur, Traditionen, die Natur zu erheben. Wir haben durch uns die Möglichkeit erhalten, alle uns bekannten Muster, wirkenden Mechanismen, Denkstrukturen, Erscheinungen in ihrer Materialität, Beschaffenheit und Textur zu dekonstruieren, neu zusammenzusetzen, zu veredeln, zu vereinzeln. Wir finden uns neu, wir finden uns viel.
Wie kommt es überhaupt, dass wir Häuser haben, unser miteinander strukturieren nach bestimmten Plänen, uns diese Pläne geben und sie verändern? Wie kommt es, dass sich alles bis zu diesem Punkt genauso entwickelt hat. Warum und wie hat der Mensch seine Allmachtsphantasie entwickeln können, dass ohne ihn diese Welt nicht existieren könnte und er in der Lage ist, diese Welt zu retten? Wie kommt es, dass der Mensch nicht einsieht, dass er sich selbst überlebt hat und jede Manipulation unweigerlich zu einer weiteren führen muss?

Die Wissenschaft kann das alles erklären; oder zumindest vieles. Sie ist Motor. Sie kann bremsen. Eines kann sie allerdings nicht. Sie kann nicht erklären, warum alles so unglaubhaft wirkt, warum die Gleichungen von Unendlichkeit und Endlichkeit so kongruent zueinander sind, obwohl sie sich in ihrem Prinzip unterscheiden?
Ich bin dazu geneigt, zu sagen, dass alles einen unwirklichen Charakter hat. Die Essenz von alledem hat nicht einmal etwas Fluides, womit das zu erklären sein könnte. Alles ist gesetzt, folgt Regeln, von denen wir ausgehen, sie verändern zu können; wir können es nur einfach nicht, weil sie uns nicht oder nur schwer zugänglich sind.
Ich kann es anfassen, kann es sehen, riechen, hören, fühlen; und doch ist es, als wäre alles Fiktion; nicht wirkungslos, aber auch nicht real.

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