Jeden Tag ein Bisschen …

Das halte ich sowieso nicht durch, also begrabe ich das Projekt lieber gleich. Zu sehen ist das ja besonders an den Monatszusammenfassungen im letzten Jahr. Durchgehalten habe ich bis wann? Ach ja, bis Juli ging’s. Und dann kam nichts mehr. Was könnte es besseres geben als ein Blog, das verwaist oder nur spärlich bespielt wird? Ein Blog, das mit Inhalten gefüllt werden will; und nicht nur über das Alltägliche.

Über tagespolitische Ereignisse zu schreiben, ist genau das, womit ich dieses Blog startete im Jahr 2013. Die Bilanz ist allerdings miserabel. Es gibt nichts Gravierendes, das hier behandelt wurde. Ich scheue mich davor; gerade auch wegen der Gefahr, anzuecken. Dabei gibt es soviel, über das ich mir den Kopf zermartere, was ich gerne aussprechen würde. Und da wären wir schon bei der Selbstzensur. Die Harmonie ist wichtiger, als unliebsame Dinge auszusprechen oder vielleicht solche, welche kontrovers in Politik, Medien und Social Media diskutiert werden. Besonders dann, wenn kein Überblick über den Diskurs vorhanden und die Debatte soweit fortgeschritten ist, habe ich noch mehr Scheu, mich zu einem Thema ausführlich zu äußern. Obwohl das manchmal der geeignetere Schritt wäre. Auf Twitter lässt sich zwar in einer Abfolge von mehreren Tweets viel sagen, doch kann das noch eher missverstanden werden.

In einem Blogbeitrag kann ich mich aber noch viel mehr um Kopf und Kragen reden, weil ich dann schon gern alles genau erkläre. Dabei schaffe ich es wunderbar, mich zu verzetteln und den Argumentationsstrang zu verlieren. Aber ach, wen interessiert das.

Next thing to do: Bekämpfe ich das aber, ohne es zu ignorieren, fällt mir vielleicht vieles einfacher. Ob ich mich dann zu mehr politischen Beiträgen hinreißen lasse, sehe ich noch nicht. Ich muss nicht zu allem etwas schreiben. Da draußen gibt es genug Menschen, welche tagespolitische, allgemeinpolitische und diskursive Themen bearbeiten. Was bleibt mir da übrig? Ich könnte die Texte kommentieren. Ich könnte mir eine Meinung bilden und einen Standpunkt klar machen, diesen äußern, der dann im Nirgendwo verschwindet. Den Kopf leer schreiben könnte ich mir; wahrscheinlicher ist, dass er dadurch nur noch voller wird.

In diesen Tagen ist mein Kopf eh schon überfüllt. Einerseits aus Vorsicht, einen Standpunkt zu beziehen; andererseits, weil ich ihn schon bezogen habe und nun wieder überdenke. Auch weil das alles ein zu großes Fluidum ist. Wer sagt mir noch außer gesellschaftlicher Konventionen und ich mir, was ich davon halten kann, soll_te, muss.

Vielleicht gelingt es ja doch in diesem Jahr, ein weinig mehr zu schreiben und die kontroversen Themen nicht zu umschiffen. Anecken ist eventuell nicht sonderlich schlimm, sondern menschlich und wichtig für das eigene Weiterkommen, die Diskussion und innerhalb dieser, eine Meinung zu erlangen, die nicht nur mit den politischen Überzeugungen übereinstimmt, sondern diese auch erweitert.

Nach gestern nun heute und jeden Tag von vorn.

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